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Politische Theorie

Profil

Die Perspektive der Politischen Theorie in Osnabrück ist historisch und ideengeschichtlich ausgerichtet und zielt als kritisches und reflexives Unterfangen immer auf die politischen und gesellschaftlichen Fragen der Gegenwart.

Die Auseinandersetzung mit der Geschichte der politischen Theorien, mit ihren Argumentationsfiguren, Denkstilen und diskursiven Einsätzen ist unverzichtbar für den wissenschaftlich aufgeklärten Einblick in die Herkunft, die Intensität und Auswirkungen aktueller gesellschaftlicher Konflikte und Problemlagen.

Die Fähigkeit zu diesem Einblick verdankt die Politische Theorie nicht zuletzt der Tatsache, dass sie eine grundlegend interdisziplinäre Ausrichtung hat. Vormals stark mit der Staatsrechtslehre, der klassischen Philosophie und den Geschichtswissenschaften verbunden, kommen heute neue Anknüpfungen zu sozial-, kultur- und humanwissenschaftlichen Fächern hinzu: z.B. zur historischen und politischen Soziologie, zu Gender, Postcolonial und Cultural Studies, zur Wissenschaftsgeschichte und Ethnologie.

Der Politischen Theorie wie sie in Osnabrück vertreten wird, geht es um ein Verständnis von Theorie als Praxis kritischer und genealogischer Befragungen und Infragestellung all jener historischen und aktuellen Weisen, die Menschen so oder auf diese Art zu regieren, zu führen und zu beherrschen.

Lehre

Die Lehre in der Politischen Theorie ist geprägt von der intensiven Lektüre der Texte und der kommunikativen Verständigung über diese Texte in den Seminaren. Gelehrt wird ein kritischer und reflexiver Umgang mit den historisch prägenden Begriffen, Diskursen und Denkparadigmen unserer politischen Gegenwart.
Neben einer allgemeinen Vorlesung über Macht und Herrschaft, werden im BA-Studiengang Demokratietheorien, KlassikerInnen des politischen Denkens (bspw. Hobbes, Marx, Weber, Arendt etc.) und wichtige politische Denkströmungen und Bewegungen behandelt.
Daneben gibt es immer eine Vertiefungsveranstaltung die spezifische Problematiken der politische Theorie behandelt (Ideologie, Kritik, Gewaltverhältnisse, Revolution, etc.) und die auch von Masterstudierenden besucht werden kann.
Im Masterstudiengang selbst werden regelmäßig Veranstaltungen zur Theoriegeschichte der Zivilgesellschaft (Political Theory and Civil Society) und des Staates (The Modern State in History and Theory) angeboten.
Darüber hinaus existiert ein Colloquium: Politische Theorie, in welchem die TeilnehmerInnen aus ihren laufenden oder abgeschlossenen Forschungsarbeiten (BA-/MA-Arbeiten, Dissertation) vortragen und diskutieren.

Forschung

Die Forschung in der Politischen Theorie Osnabrück umfasst zurzeit zwei Schwerpunkte.

  1. Zu einer Genealogie des Sozialen
    Ausgehend vom Konzept der „Gouvernementalität“ bei Michel Foucault und seiner genealogischen Machtanalytik geht es hier um die Weiterführung von eigenen Arbeiten zu Armut und Pauperismus, zu Lohnarbeit und Arbeitslosigkeit als politisch-epistemologische Konzepte und als Formen der Regierung des sozialen Raumes. Lassen sich neue Weisen der Regierung des Sozialen erkennen oder wird dieses einstmals so mächtige Problematisierungsfeld menschlicher Regierungspraktiken zum Verschwinden gebracht?
  2. Zu einer Archäologie der Kritik
    Was ist Kritik? Was sind die Weisen bzw. Praktiken des Befragens und Infragestellens von Normen, Ordnungen und Herrschaftsformen, die sich in der Geschichte der westlichen Gesellschaften herausgebildet haben? Auf diese Frage soll eine spezifisch politisch-theoriegeschichtliche Antwort gefunden werden. Im Zentrum der Untersuchung stehen hierbei drei Schichten, drei Segmente der Kritik, die drei Eigennamen trage : Kant – Marx – Nietzsche. Kant, der die Frage der Aufklärung mit einem Ethos der Kritik verbunden hat; Marx, der die Praxis der Kritik mit einer gesellschaftstheoretischen Analyse verknüpft hat und Nietzsche, der eine Kritik als Genealogie des Subjekts entworfen hat.