INSTITUT FÜR

SOZIALWISSENSCHAFTEN


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Europäische Integration

bild europäische integration

Profil

Die thematische Ausrichtung des Fachgebiets Europäische Integration orientiert sich an dem Prozess des immer engeren politischen und wirtschaftlichen Zusammenschlusses der Staaten Europas, bei dem einzelstaatliche Zuständigkeiten auf speziell hierfür geschaffene europäische Institutionen übertragen, nationale Grenzen überwunden und ein Zusammenwachsen der Gesellschaften angestoßen werden. Damit vereint das Fachgebiet theoretische Ansätze und Analyseebenen der internationalen Beziehungen, der vergleichenden Regierungslehre und der Policy-Analyse im Kontext des europäischen Einigungsprozesses, woraus sich enge Kooperationen mit anderen am Fachbereich angesiedelten Fachgebieten, namentlich Internationale Beziehungen, International Politische Ökonomie, Vergleichende Politikwissenschaft und Politisches System der BRD im Kontext europäischer Mehrebenenpolitik ergeben, die in der Gesamtheit der Profilbildung des Fachbereichs Sozialwissenschaften an der Universität Osnabrück im Bereich 'Europa' dienen.

Die Lehr- und Forschungsaktivitäten des Fachgebiets werden durch die von der Europäischen Kommission geförderte Jean Monnet Professur von Prof. Dr. Andrea Lenschow sowie durch das interdisziplinär angelegte Jean Monnet Centre of Excellence in European Studies, in dem alle  Mitarbeiter aktiv sind, unterstützt.

Lehre

Das Lehrangebot des Fachgebiets Europäische Integration richtet sich in erster Linie an die Studierenden der B.A.- und M.A.-Studiengänge Europäische Studien. Diese Studiengänge profitieren zudem von engen Kooperationen mit benachbarten Fachbereichen, die EU-relevante Fragestellungen behandeln (z.B. Rechts- oder Kulturwissenschaften).

Das Fachgebiet ist in folgenden Modulen vertreten:   

  • BA Europäische Studien: Basismodul Europäische Integration
  • BA Europäische Studien: Vertiefungsmodul EU in der Innenperspektive
  • BA Sozialwissenschaften: Internationale Politik I und II
  • MA Europäisches Regieren: Grundlagen und Entwicklung der Gemeinschaft
  • MA Europäisches Regieren: Organisation der Macht in der EU
  • MA Europäisches Regieren: Europäische Zivilgesellschaft zwischen Einheit und Varietät

Forschung

Forschungsschwerpunkte im Fachgebiet Europäische Integration sind: Governance-Strukturen und -instrumente in der Europäischen Union, Europäisierungsprozesse in der EU sowie Umsetzung europäischer Politik. Auf der Policy-Ebene liegt ein Schwerpunkt in der Analyse europäischer Regulierungspolitik, insbesondere der Umwelt-, Klima-, Verbraucherschutz- und Energiepolitik sowie der europäischen Landwirtschaftspolitik. So geht es zum Beispiel im Projekt STEER (Erhöhung der STEuerungskompetenz zur ERreichung der Ziele eines integrierten Wassermanagements) um die mangelhafte Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie in Deutschland und insbesondere im von intensiver Tierhaltung geprägten nördlichen Niedersachsen und die Frage, über welche Maßnahmen der Wasserschutz in der Weser-Ems Region verbessert werden kann.

In jüngeren Projekten wird die EU zudem als wichtiger Akteur in der Regulierung globaler Lieferketten untersucht. Zu nennen sind hier zunächst das gemeinsam mit KollegInnen der Leuphana Universität in Lüneburg durchgeführte DFG-finanzierte Forschungsprojekt Governance nachhaltiger Entwicklung in globalen Systemen interregionaler Fernwirkungen (GOVERNECT), das das Konzept des „Telecoupling“ nutzt, um die Steuerung (und ihre Grenzen) von Nachhaltigkeitseffekten zwischen weit entfernten Regionen (wie z.B. Niedersachsen und Bahía in Brasilien) zu analysieren. In einer intensiv analysierten Fallstudie geht es um die Auswirkungen des Sojaanbaus und -handels in Teilen Brasiliens und Deutschlands.

Auch im durch die DBU geförderte Forschungsprojekt Wertketten und Konsumentscheidungen - Fernwirkung von Governance und Produktbiographien am Beispiel von Kakao geht es um die Fragen der Nachhaltigkeit entlang einer globalen Produktions- und Lieferkette und fragt, wie sich Konsumentscheidungen und die politische Rahmensetzung durch nationale und europäische Regulierungs- und Handelspolitik auf die sozialen und ökologischen Produktionsbedingungen ghanaischer Kakao-Produktionsnetzwerke auswirken. In diesem Projekt kooperieren wir mit Kolleg*innen an der Universität Osnabrück aus der Wirtschafts- und Humangeographie, der Umweltökonomie und der Arbeits- und Organisationspsychologie.