INSTITUT FÜR

SOZIALWISSENSCHAFTEN


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Liane Schäfer, M.A.

Fachbereich 1: Kultur- und Sozialwissenschaften
Seminarstraße 33
49074 Osnabrück

Raum: 04/215
Sprechzeiten: dienstags, 16-17 Uhr, Anmeldung via StudIP
Tel.: +49 541 969 4155
E-Mail: liane.schaefer@uni-osnabrueck.de

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    • Dienstag, 12. Juli
    • Dienstag, 19. Juli
    • Dienstag, 6. September
    • Dienstag, 13. September

Forschungsschwerpunkte

Politiken & Kulturen des Erinnerns
Antisemitismus-, & Rassismuskritik
Postkoloniales & Dekoloniales Denken
Kritische Theorie
Gendertheorien 
Diskursanalyse
qualitative Sozialforschung

Dissertationsprojekt

Zum Verhältnis von postkolonialer Rassismuskritik und Antisemitismuskritik im deutschen Erinnerungsraum

Die postkoloniale Rassismuskritik wird auch in Deutschland zunehmend breit rezipiert. Indem diese Kritikform, häufig mit Rekurs auf poststrukturalistische Denktraditionen, das Zustandekommen gegenwärtiger Verhältnisse machtkritisch dekonstruiert, entblößt sie das vermeintlich Selbstverständliche als diskursive Konstruktion. Dabei dienen ihr der deutsche Erinnerungsraum und seine Institutionen als Untersuchungsgegenstände und Beweisorte für einen relativierenden Umgang mit strukturellem Rassismus.
Gleichzeitig ist dieser Erinnerungsraum nicht nur als postkolonial, sondern auch als postnationalsozialistisch aufzufassen. Denn schließlich prägen auch im 21. Jahrhundert die Erfahrungen des Nationalsozialismus und des Holocaust die deutsche Gesellschaft. Sich wiederholende Formen von Antisemitismus und Forderungen nach weniger Erinnern an NS und Holocaust zeigen jedoch, dass dieses Erinnern bei all seiner Etablierung fragil bleibt. Dabei resultiert eine Kritik an Antisemitismus in Deutschland häufig aus einer Auseinandersetzung mit der Forschungstradition der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule. Antisemitismus, verstanden als Ideologie und Ressentiment, wird so mithilfe sozialpsychologischer und affektiver Erklärungsansätze kritisiert.

Obwohl also beide Kritikformen darauf abzielen, die gesellschaftliche Gegenwart mit Blick auf Rassismus beziehungsweise Antisemitismus zu hinterfragen, bestehen sie im deutschen Erinnerungsraum nicht immer in friedlicher Koexistenz zueinander. Im Gegenteil: es tauchen vermehrt Reibungen und konflikthafte Verstrickungen zwischen postkolonialer Rassismuskritik und Antisemitismuskritik auf. Ich schlage in meinem Dissertationsvorhaben daher vor, die Verstrickungen zwischen beiden Kritiken jeweils entlang beider Theorietraditionen zu entwirren. Folglich frage ich in meinem Dissertationsprojekt: Wie lassen sich Reibungen und konflikthafte Verstrickungen zwischen postkolonialer Rassismuskritik und Antisemitismuskritik, die im deutschen Erinnerungsraum sichtbar werden, sowohl machtkritisch verstehen, als auch mithilfe immanenter Kritik transformieren?
Mit dieser doppelten Perspektive, die erkenntnistheoretische Paradigma der postkolonialen Rassismuskritik und Antisemitismuskritik zu verbinden sucht, begegne ich dem deutschen Erinnerungsraum aus beiden Kritikrichtungen heraus. Damit verfolge ich sowohl eine Genealogie, als auch eine Transzendenz des Umkämpften.

Lehrangebote (Deutsch/Englisch)

SoSe 2022: Demokratietheorien
WiSe 2021/22: Verschwörung, Projektion, Weltanschauung - Moderner Antisemitismus in Theorie und Gegenwart (BA)
SoSe 2020: Erinnern und Vergessen - Theorie und Praxis umkämpfter Erinnerungskulturen (BA)
SoSe 2019: Post- was? Eine Einführung in postkoloniales Denken (BA) 
WiSe 2018/19: De-, and Postcolonial Outlooks: An introduction to similarities and differences; zusammen mit Margarita Rodríguez Ornelas (BA/MA) 

Publikationen und Vorträge

Publikationen



Vorträge
  • Schäfer, L. 2022. Erinnerungskultur pluralisieren. Rückblicke und aktuelle Verschiebungen in Deutschland. Vortrag in der Reihe We against Silencing - Wir müssen über Erinnerungskulturen sprechen im Museumsquartier Osnabrück
  • Schäfer, L. 2022. Input zu "Antisemitismus und Intersektionalität." Promo-Gender Austauschgruppe, Universität Osnabrück.
  • Schäfer, L. 2020. Deutsche Erinnerungskultur als Diskurs: umkämpftes Erinnern zwischen Holocaust und Kolonialismus. Tagung Dissonantes Erinnern. Umkämpft, verhandelt, ausgegrenzt: Erinnerungen an den Nationalsozialismus, den Holocaust, den Zweiten Weltkrieg und seine Folgen. Zentrum für Erinnerungskultur, Menschenrechte und Demokratie in Duisburg, 29.10.-30.10.2020.

Auszeichnungen & Förderungen

2019-2021: Promotionsstipendium der Rosa-Luxemburg-Stiftung 
2019: Förderpreis der Universität Osnabrück für Masterarbeit
2017: Landesstipendium Niedersachsen der Universität Osnabrück für besondere Leistungen 
2016: Reisestipendium der Schwarzkopf Stiftung „Junges Europa“ 

Curriculum Vitae

seit 11/2021: Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet Politische Theorie an der Universität Osnabrück
seit 10/2019: Doktorandin am Fachbereich Kultur- und Sozialwissenschaften an der Universität Osnabrück 
2017-2018: Studentische Hilfskraft am Fachbereich Kultur- und Sozialwissenschaften an der Universität Osnabrück 
2015-2018: Masterstudium Politik - Demokratisches Regieren & Zivilgesellschaft an der Universität Osnabrück 
2011-2014: Studentische Hilfskraft am Institut für Sozialwissenschaften & in der Stabsstelle Kommunikation an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
2010-2014: Bachelorstudium der Sozialwissenschaften - Medien, Politik, Gesellschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf 

Mitgliedschaften

Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW)
Deutsche Nachwuchsgesellschaft für Politik- und Sozialwissenschaft (DNGPS)
Forschungsstelle Geschlechterforschung, Universität Osnabrück (fgf)

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